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Gedichte & Reime

LocoMotiv ist seines eigenen Wortes Schmied.


Aufstand des Unsinns

Gadenkenwuzeln  ...?
Verzeihung!
Gedankenwuzeln verwuzeln meine Gehirngänge.
Ein Gedränge, eine Vermenge.
Verstaupfung wenn die Verstopfung stopfiert.
Ich stopfe.
Du staupfst.
Er verstopft.
Wir stapfen.
Ihr bestapft.
Sie erstepfen.
Da steppft der Deppft!
Umleitung, Achtung Umleitung zur A5 der hirnlosen Ableitung.
Gedankenlos lenken sich die Verunleiteden nach Nirvana und treffen
dabei auf Aff und Ghaner und Ghanesen, allesamt Veganer und gewesen.
„Weiterfahren Ihr IdiotInnen!“ so schraaa der korrekte Gedanke und eine Pranke
von hinten beförderte Ihn auf den Tat der Sachen und dessen harter Boden ließ es krachen.
Ein Rote mit Senf und eine Grüne mit Tomaten so wird eine Ampel angebraten,
erzählte der erfahrene Gedankenrowdy dem überfahrenen Verkehrsprolozisten.
Amen!
„Ahh men“, rufen befreudigt die internationelen Generelen aus geölten Kehlen
und meinen damit die bemannten Verwandten
die dem Aufruhr honorig mit Rohren entgegenbohren.
Ui verloren!
Der Schreiber ist wieder Herr über seine Sinne,
der Aufstand gewaltsam niedergeschlagen.
Nur ein kleines Dorf inmitten von Torf leistet Hochleistungswiderstand:
Widerhopfe, widerhüpfe, widersetze,
denn Gesetze sitzen schwer
und Unsinn sehnt sich sehr
nach Freiheit und dem Meer.

Augenkontakt

wartende Augen im Bus
Angst vor Kontakt, Angst vor anderen Augen
doch ich hab meine Angst verloren
schau dich an ganz unverfrohren
bist wunderschön,
dein Mund, deine Augen, dein...
jetzt hast du mich bemerkt
wie wirst du dich verhalten?
Du siehst weg, aber da... Lachfalten
neuen Mut fassen
bitte schau mich an!
der Bus hält
du siehst nach vorn an mir vorbei
nur um deinen Plan zu verbergen
hab dich durchschaut, aber spiele mit
dein Blick, jetzt hat er mich erfasst
tief und lang und mein Herz das rast
siehst in mich hinein, jetzt durchschaust du mich
meine Angst kehrt wieder, wie ein Stich
doch du lächelst mich nur an
und ich kann auch nicht anders
mein Bauch wird warm
der Bus hält wieder und du steigst aus
blickst noch einmal zu mir her
ein letzter Gruß?
Verzweiflung,
Druck in meinem Magen
wass soll ich tun, was soll ich dir sagen?
die Türen beginnen sich zu schließen
nimm meinen Mut zusammen und springe raus
kein zurück!
geh auf dich zu:
"Hallo! Wer bist Du?"

Bahnhofsnacht

Da wartet Einer.
Dem Zug schon in Gedanken voraus.
Es ist Nacht,
die Augen werden immer kleiner.
Waggone quietschen gegen die Gleise
nie zuhause, immer auf Reise.
Ich schließ meine Augen, das Vorbeifahren ein Gefühl
Wind zieht vorüber, schnell und kühl.
Die Lok trabt plagend, hallend ein
durch eine Wiese aus Stahl, allein.
Schleppt sich ab ein Leben lang, ist nur ein Gast.
Trägt unsere Gedanken und unsere Last.

Platz des Wartens und des Abschieds
Ankunft und Abfahrt
Kommen und Gehen
Sitzen und Stehen
und sich nach vertrauten Gesichtern umsehen
Abschied und Tränen vorm eisernen Gespann
bei andern kommt die Hoffnung an.

Frei

manchmal bin ich so allein
versteh mich selbst nicht mehr
die Liebe schreit aus mir heraus
doch niemand hört mir zu
wenn keiner mehr hinter Masken schaut
dann wird die Welt ein Schauspiel
kalt und grau
ich trag keine Maske mehr
und seh euch an
doch ihr seht nur was ihr sehen wollt
eine Hülle so wie eure
die das verbirgt was ihr nicht zeigen wollt
und die Angst davor euch nackt zu zeigen
ist die Mauer die zwischen uns steht
und uns zu erdrücken droht
macht euch frei und schaut mich an
auch ich hab eine Mauer aufgebaut
zum Schutz vor euch die mir weh tun können
doch ich hab ein Tor das offen steht
also legt eure Masken ab und kommt herein
wer Masken trägt, der bleibt allein
ich erzähl euch aus meinem Herzen
von den Freuden und den Schmerzen
und wenn ihr zuhört und versteht
wird euer Herz so warm wie meines
denn getrennt sind wir allein
doch zusammen sind wir eines.

Müde

Müde,... keine Zeit zu verlieren
wach sein unter Schlafenden
nach Verborgenem stieren

will nicht schlafen wie die andern
die Wahrheit eine Hoffnung
das Grauen für die andern

such noch immer wie ein Kind
hinterm Regenbogen ein Land
das ich nicht find

gibt es diese Land? wohl kaum
doch in meinem Kopf hab ich es bereits gefunden
Müde,... und werd träumen von einem Traum

Nebel des Grauens

A: "Ein Nebelmeer!"
B: "Wer?"
A: "Starker Nebel und es leuchtet sehr!"
B: "Ja, ja viel Nachtverkehr."
A: "Nein, das Fernlicht blendet immer mehr!"
B: "Ach so, die Sonnenbrille braucht der Herr. Hab eine da, aber find sie schwer."
A: "Ich seh nix, aber hör es immer näher!!"
B: "Ja wenn ein Sinn versagt, schärfen sich die anderen eher."
A: "Schnell wir müssen weg vom Teer!!"
B: "Hab sie die Sonnenbrille, will sie er?"
A: "Wo sind Wir?! Wo kommt das Auto her?!"
B: "Aus dem Osten schätz ich, ein Japaner?"
A: "Jetzt ist es zu spät, da kommt er daher!!!"
B: "Mit Sonnenbrille seh ich´s auch, bei meiner Ehr!!"

Der Nebel war dicht, die Strasse fast leer.
Nur 2 kapitale Herren und ein Auto mit Hunger.
Das war nicht fair.

Traumsuche

Ein Traum den du beim Erwachen vergißt
der dich nicht ruhen läßt und den du vermißt
vielleicht war er schlecht, vielleicht war er gut
dieser Traum, dieser Traum der noch in dir ruht
erinnere dich bald sonst ist er dahin
nimmt mit die Bedeutung im Rucksack den Sinn
und ist er dann weg wie ein Dieb der entwich
bleibt nur noch das Gefühl tief in deinem Ich.

Um zwei

2 Uhr Morgens
Sterne glasklar

die Stadt schnarcht leise
Unruhe stört in meiner Haut
wie eine schlechte Speise
unverdaut
mein Körper will schlafen
aber mein Geist ist laut

was hält mich ab von süßen Träumen?
was wird in meinem Kopf erdacht?
nur noch dieses Gedicht,
gute Nacht!

Vergessen

Verdammt, vergessen!
Wie konnt ich nur?
Mein Kopf ein Sumpf, von Land keine Spur.
Rettungsversuche, viel zu spät,
der Gedanke ist schon längst verweht.

Wichtig war es,
jezt wird mein Vergessen wichtig.

Essen um mein Vergessen zu vergessen
veressen?
Versessen auf Essen
um meinen Geist zu erpressen.
Vermessen von mir
mich mit dem Vergessen zu messen!

Wo bist Du?

Kein Wort springt über die Klippen meiner Lippen
hör den Dingen zu

der Kühlschrank brummt
die Heizung gluckert, das Radio summt
es wackelt die Waschmaschine aus dem Keller
ein Auto fährt vorbei, langsam, dann schneller
spitz meine Ohren
ja, ein Flugzeug im Reisewahn
und in der Ferne eine Eisenbahn

kann sie nicht finden an diesem Ort
meine heimliche Geliebte,
die Stille,
ist fort.

G´schichtldrucker

Aus drei-einmaligen Traumgeschichten werden Tiefschläfer geboren, die unschuldig in ihr selbstgemachtes Bett fallen:
Griesgrimmige Großvaterbärte verbergen im Grauhaardschungel Herbergen von Schwatzgeschichten zwischen gewahrheiteten Historienwünschelruten und bibelphilosophischen Buxbaumhölzern. In diesem wortgewordenen Dreifaltigkeitswald verliert man nach übertriebener Zuhöherhöflichkeit sofort Schirmherrschaft über die Schnaufmerksamkeit und bleirostige Augenlider kämpfen taumelnd mit der potenziell steigenden Wimpernschwerkraft. Herbeigewünschte Schlafwelten mit superzeitlupenspringenden Wollschafen in raumfüllenden Polstergebirgen, behütet von warmbusigen Einhülldecken aus gestreichelter Treuschafwolle, hüllen mich gebärmuttergleich ein...
Schnarch.....

Weihrauch für heilige Ideen

Firlefanz auf flatternden Ohren fliegt mir unentwegt und unaufhaltsam mit rasender Geschwindigkeit im Kopf herum. Glühende Rotlichter werden grünschneidend überfahren, um dem der dies hier denkt mit Sprungideen zu überfallen. Kurz ist dein Leben flüchtiger Gedanke, oft bist Du nur die Frucht meiner Angst, oder der Pfeil meines Übermutes. Aber manchmal bist Du eisklar und erdrückend einfach, sodass ich mich frage wo du dich so lange herumgetrieben hast. In all dem hervorgepressten Zwangsgedachten bist Du ein Revolutionär, der all die schwitzscheren Brocken zum zerbersten bringt und dem alten Karren wieder neues Bonusleben einhaucht.
Halleluja! Treibstoff für deine Nachfolger die nun noch schneller schwirren als zuvor.